Mondo

das Magazin für nachhaltiges Reisen
über Land und Wasser

25.09.2019 

Von A nach B mit Burek und Kaffee

im Theth-Valbona Nationalpark in Albanien

Laaangweilig. Wirklich langweilig. Steffen steht mit einem Pappschild, das wir mit dem Wort „Fier“ bekritzelt haben, am Straßenrand. Jede Sekunde zischt ein Auto mit dem Kennzeichen AA vorbei. Das steht für Albanien. Es sind angenehme 18° Grad und die Sonne scheint. Ich versuche, etwas Nützliches zu machen und notiere kurz unsere letzte Tramperfahrung in unser Tagebuch: „Cerme – Lushnje, Kumpel von Enea (unserem letzten Host), konnte kaum EN, arbeitet für eine Käserei, Seat.“

Steffen beim Trampen

Wir warten schon eine gute halbe Stunde hier neben einer Tankstelle. Auf einmal geht alles ganz schnell. Eine silberne Mercedes E-Klasse hält an. Steffen öffnet die Tür und fragt, wo es hingeht. „Fier“ ist die Antwort. Super! Also schnell die schweren und sperrigen Backpacks in den leeren Kofferraum verfrachten, einsteigen und los geht’s (#1). Ich sitze zur Abwechslung mal vorne. Nach nur einem Satz steht fest: Unser netter Fahrer kann kein Wort Englisch. Und auch kein Deutsch. Eigentlich nur Albanisch. Aber er lacht nur und zeigt uns an, dass das ja nicht so wichtig sei.

Vivi beim Trampen

Nur 15 Minuten später wissen wir bereits Folgendes: Unser freundlicher Fahrer ist 63 Jahre alt, heißt Syrja, wohnt in Tirana und hat dort eine Baufirma mit 30 Angestellten. Gebaut werden Apartmenthochhäuser im Touristenort Vlora direkt am Meer. Er hat drei Kinder: einen Sohn, 22, wohnhaft in Istanbul und zwei Töchter, die eine 30, wohnt in Wien, die andere 30 und wohnt in Tirana. Syrja kommt auf die Idee, seine Tochter in Tirana anzurufen, damit ich mit ihr telefonieren kann. Sie spricht sehr gutes Englisch und scheint wie ihr Vater sehr sympathisch zu sein. Die Tochter übersetzt noch ein paar Sätze unserer Weltreisegeschichte für ihn, und da er diese spannend findet, entschließt er sich spontan, uns auf einen Kaffee einzuladen. Wir haben uns mit Händen und Füßen noch nie so gut mit jemandem verstanden!
Auf der weiteren Fahrt halten wir noch einmal an einem der besten Burek-Bistros weit und breit an und bekommen sechs riesige vegetarische Spinat-Burek und Molkedrinks zum Mitnehmen mit. Wir verabschieden uns mit vielen „Faleminderit“ (albanisch für „Danke“) und einer herzlichen Umarmung von unserem neuen Freund.

… auch immer mit im Gepäck der beiden – die Alternative zu Plastik

Unsere spontanen Mitfahrgelegenheiten, derzeit 44 an der Zahl, waren nicht immer solche neugierigen, spendierfreudigen Gebärdensprachenexpert*innen wie unser Architekten-Freund, allerdings sind wir für jeden, der angehalten und uns mitgenommen hat, sehr dankbar. Von dem Mafia-Mitglied im dicken Audi S8, über den Rentner in seiner Klapperkarre, der Beamtinnengruppe aus dem Kosovo in einem Kleinbus, bis hin zu den zwei griechischen Cabriofahrern (man war das ’ne windige Fahrt!).


Falls ihr mehr wissen wollt oder auf dem Laufenden sein wollt, was die beiden sonst noch so treiben, klickt hier:

>>> www.leafandsea.net

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